Primäre und sekundäre endosymbiose

Erste Frage Aufrufe: 61     Aktiv: 07.06.2022 um 18:20

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Plastiden und Mitochondrien haben den Ursprung von Prokaryoten, welche über Endozyose in die Vorläufer-Eukaryote aufgenommen wurden. Deshalb weisen sie Ringförmige DNA auf, besitzen Ribosomen, haben eine Doppelmembran und vermehren sich durch Zellteilung. <- Das habe ich soweit verstanden ABER..

Weiss man ob zuerst das Mitochondrium oder das Plastid aufgenommen wurde? Weil ich weiss nie welches die primäre & welches die sekundäre Endosymbiose ist.

Und verstehe ich das richtig: die Mitochondrien entstanden durch die Endozytose eines Cyanobakteriums & die Plastiden durch die Aufnahme einer photosynthetisch aktiven Alge ?

Und ist das eigentlich nicht das selbe was mit Kleptoplastiden passiert, nur dass diese wieder ausgeschieden werden?

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Hallo. Die Mitochondrien sind wohl stammesgeschichtlich älter als die Chloroplasten (bzw. Plastiden), da praktisch alle Eukaryoten Mitochondrien besitzen und wohl einen universellen gemeinsamen Vorfahren mit dieser Organelle haben, wohingegen nur bestimmte Gruppen innerhalb der Eukaryoten zusätzlich Plastiden besitzen. Die Mitochondrien stammen sehr wahrscheinlich von Proteobakterien ab. Die Vorgänger der Plastiden waren wohl autotrophe Cyanobakterien. Sowohl Mitochondrien als auch Plastiden sind durch primäre Endocytose entstanden, d.h. durch die Einverleibung der betreffenden Zellen durch einen ursprünglichen Eukaryot. Sekundäre Endosymbiose bezeichnet den Fall, wenn eine Zelle aufgenommen wird, die ihrerseits bereits Plastiden enthält, die von einer primären Endosymbiose stammen. Einige Algengruppen (zB. Kieselalgen) haben etwa Plastidenhüllen aus drei oder vier Membranen (bei Pflanzen und Grünalgen sind es nur 2), die auf eine sekundäre und sogar tertiäre Endosymbiose zurückgehen.enter image description here

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https://www.nature.com/scitable/topicpage/the-origin-of-plastids-14125758/
Hier noch die Bildquelle :)

  ─   benk 07.06.2022 um 18:04

Mit den Kleptoplastiden hast du denke ich Recht. Man kann das wohl als eine Art intermediäre Stufe auf dem Weg zu eigenen, permanenten Organellen sehen. Die Abhängigkeit ist bei den betreffenden Arten eben noch nicht derartig ausgeprägt (in unseren Zellen sind die meisten Gene für mitochondriale Proteine ja sogar schon auf das Genom des Nucleus abgewandert).
In bestimmten kleptoplastischen Dinoflaggelatenarten kontrolliert der Wirt aber bereits schon die Mitose der einverleibten Kieselalgen, deren Plastiden genutzt werden.

  ─   benk 07.06.2022 um 18:20

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